Zwei blaue Behälter enthalten unterschiedlich große Münzstapel; ein separater Umschlag hält neue Münzformen bereit.
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ETF-Rebalancing mit frischem Geld: Was ohne Verkauf klappt

Ein ETF macht inzwischen einen größeren Teil Deines Depots aus als geplant. Du möchtest das Verhältnis korrigieren und fragst Dich, ob dafür ein Verkauf nötig ist. Neue Einzahlungen können die Gewichte verändern. Ob sie für Deine gewählte Aufteilung ausreichen, hängt aber von den vorhandenen Beträgen und der Einzahlung ab.

Hier rechnest Du einen vereinfachten Fall mit zwei ETF-Positionen durch. Der kostenlose Check zeigt die Verteilung des neuen Geldes, die Gewichte danach und die verbleibende Abweichung. Deine ETFs und Zielgewichte legst Du selbst fest.

Zwei blaue Behälter zeigen unterschiedlich große Münzstapel. Ein Umschlag mit neuen Münzformen steht separat davor.
Vorhandene Positionen und neue Einzahlung getrennt betrachten: Der Check verteilt ausschließlich das neue Geld.

Rebalancing beginnt mit Deinem Ziel

Rebalancing bedeutet, eine Anlageaufteilung wieder an gewählte Zielgewichte anzunähern oder auf sie zurückzusetzen. Entwickeln sich Positionen unterschiedlich, verändert sich ihre Gewichtung auch ohne weitere Käufe. Vanguard erläutert diesen Zusammenhang zwischen Zielgewichten und Rebalancing.

Die Quote allein sagt noch nichts darüber, ob die Anlagen gut zusammenpassen. Zwei ETFs können dieselben Unternehmen enthalten. Prüfe deshalb auch die Überschneidungen Deiner ETFs. Der Check hier betrachtet nur zwei von Dir ausgewählte ETF-Positionen, nicht automatisch Dein gesamtes Vermögen.

Setze den verfügbaren Einzahlungsbetrag außerdem nicht mit Deinem Kontostand gleich. Bekannte Ausgaben und benötigte Rücklagen gehören vorher in Deine Geldplanung. SIX erklärt, wie Verpflichtungen, Anlagehorizont und finanzielle Risikofähigkeit zusammenhängen.

Aufteilung und verfügbare Einzahlung getrennt prüfen
Frage Was du dafür brauchst
Welches Verhältnis willst du? Deine selbst gewählten Zielgewichte
Wie groß sind die Positionen? Aktuelle Eurobestände mit demselben Datenstand
Wie viel ist für die Einzahlung frei? Eigene Geldplanung nach Ausgaben und Rücklagen

Was neues Geld verändern kann

Ein Verkauf ist eine Möglichkeit, Gewichte anzupassen. Bei einer Einzahlung kannst Du stattdessen neues Geld in eine untergewichtete Position lenken. Vanguard beschreibt Rebalancing mit solchen Mittelzuflüssen. Das Prinzip beantwortet aber noch nicht, wie weit eine bestimmte Einzahlung reicht.

Bleiben die Kurse unverändert und kaufst Du nur die andere Position nach, sinkt der Eurobetrag der übergewichteten Position nicht. Ihr prozentualer Anteil kann trotzdem fallen, weil das Gesamtdepot wächst. Genau dieser Unterschied ist für die Rechnung entscheidend.

Helle Münzformen ergänzen den vorhandenen Stapel eines blauen Behälters. Der Stapel im anderen Behälter bleibt bestehen.
Die hellen Scheiben stehen für neues Geld in einer Position. Die vorhandene andere Position wird dabei nicht verkauft.

Ein Beispiel: 2.000 € reichen noch nicht

Alle folgenden Zahlen sind erfunden. ETF A und ETF B sind keine konkreten Produkte. Auch 60 % für A und 40 % für B sind nur eine Rechenannahme, keine empfohlene Aufteilung.

Der Ausgangswert beträgt 10.000 €: 8.000 € in A und 2.000 € in B. Das sind 80 % und 20 %. Mit einer zusätzlichen Einzahlung von 2.000 € wächst der angenommene Gesamtwert auf 12.000 €.

Für die gewählten 60/40-Gewichte wären dann 7.200 € in A und 4.800 € in B nötig. A enthält aber bereits 8.000 €. Solange der Kurs unverändert bleibt und Du nichts verkaufst, kannst Du diesen Betrag durch eine Einzahlung nicht auf 7.200 € reduzieren.

Gehen die neuen 2.000 € vollständig in B, ergibt sich deshalb:

2.000 € in B: erreichte Beträge und 60/40-Ziel
Position Nach Einzahlung 60/40-Ziel
A 8.000 € · ≈ 66,67 % 7.200 € · 60 %
B 4.000 € · ≈ 33,33 % 4.800 € · 40 %
A liegt 800 € und rund 6,67 Prozentpunkte über dem Ziel; B entsprechend darunter.

Die Aufteilung rückt an das gewählte Ziel heran, erreicht es aber nicht. Den verbleibenden Unterschied solltest Du sehen können, bevor Du einen Betrag umsetzt.

Deine Einzahlung durchrechnen

Gib die beiden aktuellen Eurobestände, die neue Einzahlung und das Zielgewicht für A ein. Das Ziel für B ergänzt der Check auf 100 %. Das Beispiel ist voreingestellt; ersetze es durch Deine eigenen Annahmen. Die Beträge können jeweils von 0 € bis 1.000.000 € reichen und höchstens zwei Nachkommastellen haben. Im Browsercheck gibst Du Zahlen ohne Tausendertrennzeichen ein, beispielsweise 8000 oder 8000,50.

Neue Einzahlung auf zwei ETFs verteilen

Gib zwei aktuelle ETF-Werte, eine neue Einzahlung und deine eigene Zielquote ein. Der Rechner verteilt ausschließlich diese Einzahlung. Es werden keine Verkäufe angenommen.

Das ist eine vereinfachte Rechnung für genau zwei Positionen. Zielquoten legst du selbst fest. Kursentwicklung, Renditen, Steuern und Gebühren werden nicht gerechnet. Das Ergebnis ist keine Anlageempfehlung.

Hier siehst du das feste Beispiel. Mit erfolgreich geladenem JavaScript stehen eigene Eingaben zur Verfügung.

Neue Einzahlung: 2.000,00 €. Gesamtwert danach: 12.000,00 €.

Mit dieser Einzahlung wird die Zielaufteilung nicht exakt erreicht. Die vorhandenen Bestände bleiben unverändert; die verbleibende Abweichung steht in der Tabelle.

Anteile vor und nach der Einzahlung

Alle Balken zeigen dieselbe Skala von 0 bis 100 Prozent. Beschriftungen und Tabelle nennen die Werte.

ETF A

Vorher80,00 %
Dein Ziel60,00 %
Danach≈ 66,67 %

ETF B

Vorher20,00 %
Dein Ziel40,00 %
Danach≈ 33,33 %
Rechnerische Verteilung
Größe ETF A ETF B
Bestand vorher 8.000,00 € 2.000,00 €
Anteil vorher 80,00 % 20,00 %
Deine Zielquote 60,00 % 40,00 %
Neue Einzahlung 0,00 € 2.000,00 €
Bestand danach 8.000,00 € 4.000,00 €
Anteil danach ≈ 66,67 % ≈ 33,33 %
Abstand zum Ziel danach ≈ +6,67 Prozentpunkte ≈ −6,67 Prozentpunkte

„Danach“ umfasst die aktuellen Werte plus die neue Einzahlung. Erreichbarkeit wird vor der Cent-Rundung geprüft; die Tabelle zeigt den Abstand danach. Einzahlung A wird auf den nächsten Cent gerundet, bei genau einem halben Cent aufgerundet; B erhält den Centrest. Quoten und Abstände sind auf zwei Nachkommastellen gerundet, „≈“ markiert nicht exakte Anzeigen. Gerundete Quoten können zusammen leicht von 100 Prozent abweichen.

Ohne JavaScript bleibt dieses feste Beispiel sichtbar: ETF A 8000 Euro, ETF B 2000 Euro, neue Einzahlung 2000 Euro, Ziel 60/40. Rechnerisch entfallen 0 Euro auf A und 2000 Euro auf B; danach etwa 66,67/33,33 Prozent. Das Ziel ist noch nicht exakt erreicht.

Mit 5.000 € sieht derselbe Fall anders aus

Bei unveränderten Ausgangsbeständen und einer Einzahlung von 5.000 € beträgt der neue Gesamtwert 15.000 €. Das 60/40-Ziel entspricht dann 9.000 € in A und 6.000 € in B.

Rechnerisch fehlen 1.000 € in A und 4.000 € in B. Beide Lücken sind positiv und ergeben zusammen die Einzahlung. Der Check verteilt das Geld entsprechend; in diesem fiktiven Fall werden die Zielgewichte genau erreicht.

Der Vergleich zeigt, dass „alles in die kleinere Position“ nicht für jede Einzahlung zum gewählten Ziel führt. Rechne deshalb mit Deinem tatsächlich verfügbaren Betrag.

So verteilt der Check das neue Geld

Die Verteilungsregel ist ein eigenes vereinfachtes Rechenmodell. Zuerst berechnet sie den Gesamtwert nach der Einzahlung. Dann entsteht für jede Position ein Zielbetrag:

Dieselben Bestände, zwei neue Einzahlungen
Neue Einzahlung Geld in A / B Gewichte danach
2.000 € 0 € / 2.000 € ≈ 66,67 % / 33,33 %
5.000 € 1.000 € / 4.000 € 60 % / 40 %
Erfundene Bestände und 60/40-Ziele. Kurse bleiben im Modell unverändert.

Zielbetrag = selbst gewähltes Zielgewicht × neuer Gesamtwert.

Vom Zielbetrag wird der vorhandene Wert abgezogen. Eine negative Lücke wird für die Verteilung auf null gesetzt: Der Check sieht keine Verkäufe vor. Die Einzahlung wird im Verhältnis der positiven Lücken aufgeteilt.

Im 2.000-€-Beispiel beträgt die Lücke von A −800 € und die von B +2.800 €. Nur B erhält neues Geld, aber die verfügbaren 2.000 € schließen seine Lücke nicht vollständig. Im 5.000-€-Beispiel sind die Lücken +1.000 € und +4.000 €; die Einzahlung passt dazu.

Die Verteilung erfolgt auf ganze Cent. Ein gerundeter Centbetrag für A wird festgelegt; B erhält den verbleibenden Betrag, damit beide Einzahlungen zusammen genau die eingegebene Summe ergeben. Angezeigte Gewichte und Abweichungen werden gerundet. Eine exakte Aufteilung vor Cent-Rundung kann dadurch eine minimale Restabweichung haben.

Diese Fälle solltest Du auseinanderhalten

Drei Fälle für dieselbe Rechenregel
Fall Modellgrenze
Keine Einzahlung Die Bestände und Gewichte bleiben im Modell unverändert.
Noch kein Bestand Eine positive Einzahlung wird nach Deinen Zielgewichten verteilt. Ohne Bestand und ohne Einzahlung gibt es noch keine Depotgewichte.
0-%-Ziel bei vorhandenem Bestand Solange dessen Wert positiv bleibt, lässt er sich mit endlich vielen neuen Euro in der anderen Position nicht auf einen Anteil von genau 0 % bringen.
Ausführung Der Check unterstellt unveränderte Kurse und beliebig teilbare Positionen bis auf Cent. Gebühren, Spreads, Steuern, verfügbare Bruchstücke und Kursbewegungen sind nicht eingerechnet.

Prüfe nach der Verteilung die verbleibende Abweichung von Deinen selbst gewählten Zielgewichten. Die Kosten Deiner Ausführung kannst Du separat vergleichen.

Kostenlose Vorlage für Deine eigene Rechnung

Wenn Du Deine Eingaben und den Rechenweg lokal festhalten möchtest, nutze den Rebalancing-Einzahlungscheck als XLSX. Die Datei enthält eine Anleitung, das ausgefüllte fiktive Beispiel, Eingabefelder und den sichtbaren Rechenweg für genau zwei Positionen. Sie benötigt keine Bankverbindung, keine Makros und keinen Login.

Öffne die Vorlage in einer Tabellenkalkulation mit eingeschalteter Berechnung und prüfe nach einer Änderung, ob die Ergebnisse neu berechnet werden. Weitere Vorlagen findest Du bei den kostenlosen Downloads.

Bevor Du etwas umsetzt, prüfe drei Angaben: Passen Deine selbst gewählten Ziele noch zu Deiner Situation? Ist der Einzahlungsbetrag tatsächlich frei verfügbar? Welche Abweichung und welche Kosten bleiben nach der geplanten Ausführung? Damit nutzt Du die Rechnung als konkrete Planungshilfe.

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