Mit einem Indexfonds kannst du auch schon mit kleinen Anlagebeträgen ein breit diversifiziertes Portfolio aufbauen.
|

Was ist ein Indexfonds?

Ein Indexfonds ist ein Investmentfonds, der die Entwicklung eines bestimmten Index möglichst genau nachbilden soll. Du kaufst einen Fondsanteil und erhältst damit die gebündelte Anlage des Fonds. Wie breit diese Anlage gestreut ist, hängt vom gewählten Index und seiner Gewichtung ab.

Beim Vergleich begegnen Dir drei Wörter: Investmentfonds, Indexfonds und ETF. Sie beschreiben unterschiedliche Dinge. Wenn Du sie sauber auseinanderhältst, kannst Du die richtigen Fragen stellen – zum Inhalt, zur Umsetzung und zu den Kosten.

Was sind Indexfonds und wie funktionieren sie?

Der Index gibt die Regeln vor, denen die Anlagestrategie folgt. Ein Indexfonds wird deshalb als passiv bezeichnet. Die Zusammensetzung eines Index kann sich ändern; „passiv“ heißt also nicht, dass der Fonds einmal gekauft wird und anschließend keinerlei Verwaltung mehr braucht.

Ein Beispiel ist der DAX. Er umfasst heute 40 Unternehmen, wie das Börsenlexikon der Deutschen Börse erläutert. Ein Fonds auf diesen Index hat einen anderen Anlageschwerpunkt als ein Fonds auf einen weltweiten Aktienindex. Das Wort „Indexfonds“ allein verrät Dir diesen Schwerpunkt noch nicht.

Blaue Illustration mit Balken und gezeichneten Kurven; keine historischen Fondsdaten.
Die Illustration zeigt keine echten Kursdaten. Ein Indexfonds soll seinem Index folgen; identische Ergebnisse sind nicht zugesagt.

Die Nachbildung ist ein Ziel, keine Zusage identischer Ergebnisse. Kosten, die Umsetzung im Fonds und zeitliche Unterschiede können dafür sorgen, dass sich Fonds und Index unterschiedlich entwickeln. Das Bundesbank-Papier „Navigationshilfen im ETF-Dschungel“ erklärt diese Grenzen der Nachbildung ab Seite 9. Es enthält die Einschätzungen seines Autors und keine Renditegarantie.

Drei Wörter, drei unterschiedliche Fragen
Begriff Beschreibt Frage für dich
Investmentfonds Die gebündelte Anlage im Fonds Was liegt im Fonds?
Indexfonds Die Strategie der Indexnachbildung Welchem Index folgt er?
ETF Den Börsenhandel von Fondsanteilen Wie kaufe ich die Anteile?

Was sind die Vorteile von Indexfonds?

Für Deinen ersten Vergleich ist vor allem die nachvollziehbare Aufgabe hilfreich: Welchem Index soll der Fonds folgen? Du kannst die Auswahl damit am beschriebenen Markt festmachen, statt allein am Namen eines Fondsmanagers oder an einem Werbeversprechen.

Lege zwei Fondsunterlagen nebeneinander und notiere den Index sowie die größten Positionen. Verwirrend ähnliche Namen sind kein guter Ersatz für diesen Blick in die Unterlagen. Wenn Du mehrere ETFs kombinierst, hilft Dir der Überschneidungscheck für ETF-Dopplungen: Zwei Namen bedeuten nicht automatisch zwei verschiedene Anlagen.

Werbung: Amazon-Affiliate-Link zu einem englischsprachigen Buch. Ein gutes Buch zum Thema ist a random walk down Wall Street von Burton G. Malkiel. (Das war dann auch das Buch, dass mich vor Jahren vom passiven Investieren überzeugt hat).

Was ist der Nachteil von Indexfonds?

Du übernimmst die Regeln des gewählten Index und kannst einzelne unerwünschte Positionen nicht selbst aus dem Fonds entfernen. Prüfe deshalb den Inhalt, bevor Du Dich für das Produkt entscheidest.

Blaue Illustration mehrerer Autos auf einer Straße.
Ob aktiv oder passiv: Kursverluste sind möglich. Die Illustration stellt keine Fondsperformance dar.

Ein Fondsname beantwortet auch die Kostenfrage nicht. Sieh Dir laufende Fondskosten, Kaufkosten und beim Börsenhandel den Abstand zwischen Kauf- und Verkaufspreis an. Eine niedrige laufende Kostenquote sagt noch nicht, was Dein konkreter Kauf insgesamt kostet.

Für die Ausführungskosten eines ETF-Sparplans kannst Du anschließend den kostenlosen interaktiven Gebührenvergleich nutzen. Trage Deine tatsächlichen Gebühren ein. Dieser Vergleich rechnet feste und prozentuale Ausführungsentgelte; Fondskosten, Spreads, Steuern und Kursentwicklung gehören nicht zu seiner Rechnung. Die dort angebotene Excel-Vorlage enthält zusätzlich ein separates vereinfachtes Fondskostenmodell.

Was ist der Unterschied zwischen einem ETF und einem Indexfonds?

Indexfonds beschreibt die Strategie. ETF beschreibt den Börsenhandel. Ein Indexfonds kann als ETF angeboten werden. Es gibt auch Indexfonds, die nicht als ETF gehandelt werden, und aktiv verwaltete ETFs. Vanguard erklärt diese Unterscheidung in seinem deutschsprachigen Vergleich von ETFs und Fonds.

ETF-Anteile werden während der jeweiligen Börsenhandelszeiten gehandelt. Bei nicht börsengehandelten Fonds erfolgt die Abwicklung üblicherweise über die Fondsgesellschaft oder einen Vermittler zu einem festgestellten Anteilspreis. Prüfe die konkreten Annahmezeiten und Bedingungen. Börsenhandel garantiert Dir weder eine sofortige Ausführung noch Deinen Wunschpreis.

Strategie und Handelsweg getrennt vergleichen
Strategie Börsenhandel Kein Börsenhandel
Indexnachbildung Index-ETF Nicht börsengehandelter Indexfonds
Aktive Verwaltung Aktiv verwalteter ETF Nicht börsengehandelter aktiver Fonds

Was ist der Unterschied zwischen einem Indexfonds und einem Investmentfonds?

Ein Indexfonds ist ein Investmentfonds. Für Deine Orientierung kannst Du die Begriffe so sortieren:

Investmentfonds: Was für eine Anlage ist es?
Der Oberbegriff für den Fonds.
Indexfonds: Welche Strategie verfolgt er?
Er soll einem bestimmten Index folgen.
ETF: Wie wird er gehandelt?
Als Fonds an der Börse; die Strategie kann passiv oder aktiv sein.
Blaue Illustration von drei Personen vor einer Tafel mit schematischen Kurven.
Auch ein passiver Fonds wird verwaltet. Die Indexstrategie und die Arbeit der Verwaltung sind verschiedene Dinge.

Die praktische Frage lautet deshalb nicht bloß „ETF oder Fonds?“. Prüfe getrennt: Was enthält der Fonds, wie wird er verwaltet und wie kaufst Du seine Anteile? Mit diesen drei Antworten kannst Du zwei Angebote sinnvoller vergleichen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Indexfonds und einem Indexzertifikat?

Ein Indexzertifikat ist eine Schuldverschreibung des Emittenten. Zu den Risiken der Indexentwicklung kommt damit dessen Zahlungsfähigkeit hinzu; bei einer Insolvenz ist auch ein vollständiger Verlust möglich. Die Deutsche Börse erklärt das Emittentenrisiko von Indexzertifikaten.

Derselbe Index macht Produkte nicht gleich
Produkt Was du hältst Was du zusätzlich prüfst
Indexfonds Einen Fondsanteil Fondsinhalt, Rechtsform und Vermögenstrennung
Indexzertifikat Eine Schuldverschreibung des Emittenten Zahlungsfähigkeit des Emittenten und Produktbedingungen
Beide können durch eine ungünstige Indexentwicklung an Wert verlieren.

Das Bundesbank-Papier beschreibt auf Seite 6 die Vermögenstrennung bei offenen Investmentfonds und ETFs: Die Fondsanlagen sind vor dem direkten Zugriff der Fondsgesellschaft beziehungsweise ihrer Gläubiger im Insolvenzfall geschützt. Diese Trennung schützt nicht vor sinkenden Marktwerten. Prüfe die Rechtsform und die Angaben des konkreten Produkts; aus der Indexnachbildung allein folgt kein Schutz.

Wo und wie kann man Indexfonds kaufen?

Vergleiche zunächst den Fonds und anschließend den Zugang dazu. Suche in den Produktunterlagen nach dem Index, der Strategie und den Risiken. Schau dann beim Anbieter nach, ob Du die gewünschte Anteilsklasse kaufen kannst und zu welchen Konditionen.

Für Deine Notizen reichen zum Einstieg vier Zeilen: Name und Kennnummer des Fonds, zugehöriger Index, laufende Kosten sowie Kaufweg und Kaufkosten. Diese Notizen machen Angebote vergleichbarer. Sie sind noch keine Entscheidung, dass der Fonds zu Deinem Anlageziel passt.

Erst den Fonds, dann den Zugang vergleichen
Unterlagen zum Fonds Angaben beim Anbieter
Name und Kennnummer Ist genau diese Anteilsklasse verfügbar?
Index und Strategie Wie läuft Kauf und Verkauf ab?
Laufende Kosten Welche Kauf- und Depotkosten entstehen?
Risiken Welche Handelsbedingungen gelten?

Sind Indexfonds riskanter als aktive Investmentfonds?

„Aktiv“ oder „passiv“ ist keine Risikoklasse. Welche Anlagen enthalten sind, wie sie gewichtet werden und welchen Währungs- oder Konzentrationsrisiken Du ausgesetzt bist, bleibt entscheidend. Auch ein breit angelegter Aktienfonds kann deutlich an Wert verlieren. Die Verbraucherzentrale erläutert die verbleibenden Risiken von Aktien-ETFs.

Wenn Du die Folgen eines Rückgangs greifbarer machen möchtest, lies die Erklärung zu Volatilität und Kursverlusten. Dort kannst Du ein frei gewähltes Verlustszenario in Euro durchrechnen. Das ist eine Übung, keine Prognose für Deinen Fonds.

Fazit

Blaue Illustration mehrerer Körbe mit unterschiedlichen Gegenständen.
Ein Fondsanteil bündelt Anlagen. Wie breit die Streuung ist, hängt vom tatsächlichen Inhalt und den Gewichten ab.

Bevor Du einen Indexfonds vergleichst, beantworte zuerst: Welcher Index, welche Strategie, welcher Handelsweg? Danach kommen Kosten und Risiken. Das ist hilfreicher als eine pauschale Entscheidung für alles, auf dem „ETF“ steht.

Wähle Deinen nächsten Schritt passend zur offenen Frage: Gebühren im Sparplan-Kostencheck vergleichen oder einen Kursrückgang in Euro durchspielen. Die zugehörigen Arbeitsblätter und weitere Hilfen findest Du bei den kostenlosen Downloads.

Hat Dir der Artikel geholfen? Welche Unterscheidung war für Dich bisher unklar? Schreib es in die Kommentare.

Ähnliche Beiträge

3 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert